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Das therapeutische Potential der rituellen Verwendung sakraler Heilpflanzen -eine ethnopsychologische Studie-
Diplomarbeit im Fachbereich Psychologie an der
Universität Koblenz-Landau

Institución de Educación: Universität Koblenz-Landau

Autor(es): ANJA PRESSER-VELDER

nierika@gmx.net

Tipo de Publicación Académica: These

Propósito de la Publicación: Diplomarbeit im Fachbereich Psychologie

Fecha Publicación: 3 Juli 2000

Tabla de Contenidos


  • INHALTSVERZEICHNIS
  • VORWORT
  • 1 EINLEITUNG
  • 2 WAS SIND SAKRALE HEILPFLANZEN ?
    • 2.1 Die verschiedenen Benennungen dieser Pflanzen und ihrer psychoaktiven Quintessenzen
    • 2.2 Charakterisierung der Entheogene
    • 2.3 Sakrale Heilpflanzen und psychoaktive Reinsubstanzen
  • 3 BEWUßTSEINSVERÄNDERNDE SUBSTANZEN IN DER WESTLICHEN WELT - EIN GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK
    • 3.1 Der traditonelle Gebrauch bewußtseinsverändernder Pflanzen und seine Repression
    • 3.2 Wiederentdeckung bewußtseinsverändernder Substanzen durch die westliche Wissenschaft und erste Forschungsansätze
    • 3.3 Die Entdeckung des LSD und verschiedene Forschungsparadigmen
      • 3.3.1 Zweite Blütezeit des psychotomimetischen Paradigmas
      • 3.3.2 Das psycholytische Paradigma
      • 3.3.3 Das psychedelische Paradigma
      • 3.3.4 Wiederentdeckung des schamanischen Gebrauches bewußtseinsverändernder Pflanzen
    • 3.4 Die Jugendrevolte der 60er Jahre und Repression des Gebrauchs bewußtseinsverändernder Substanzen
    • 3.5 Die Erlaubnis der Wiederaufnahme der Forschung und die Suche nach einem neuen Forschungsparadigma
  • 4 DER RITUELLE GEBRAUCH SAKRALER HEILPFLANZEN IM SCHAMANISMUS
    • 4.1 Was ist Schamanismus?- Versuch einer Definition
    • 4.2 Der Werdegang der Schamanen
    • 4.3 Schamanische Heilkunst
    • 4.4 Sakrale Heilpflanzen als Vehikel in die andere Wirklichkeit
  • 5 PSYCHOLOGISCHE ERKÄRUNGSANSÄTZE FÜR DIE THERAPEUTISCHE WIRKUNG VON HEILRITUALEN
    • 5.1 Zentrale Merkmale von Ritualen
    • 5.2. Therapeutische Wirkfaktoren von Ritualen
      • 5.2.1 Common Factors in Psychotherapie
      • 5.2.2 Gesundheitspsychologische Aspekte
      • 5.2.3 Symbolisches Heilen
      • 5.2.4 Sensorische Stimulation und Psychophysiologie
      • 5.2.5 Zusammenspiel von Musik, Rhythmus und Heilsuggestion
      • 5.2.6 Heilende Wirkung von verbalen Elementen im Ritual
      • 5.2.7 Familientherapeutische Aspekte
      • 5.2.8 Archetypen und Energieumwandlung
      • 5.2.9 Kognitive Neustruktu
      • 5.2.10 Veränderte Bewußtseinszustände
  • 6 VERÄNDERTE BEWUßTSEINSZUSTÄNDE (VBZ)
    • 6.1 Definition veränderter Bewußtseinszustände
    • 6.2 Das universale Auftreten von VBZ
    • 6.3 Transpersonale Psychologie und die Erforschung von VBZ
    • 6.4 Alltagsbewußtsein, verändertes Bewußtsein und pathologische Bewußtseinszustände
    • 6.5 Die Induktion von veränderten Bewußtseinszuständen
      • 6.5.1 Pharmakologische Stimuli
      • 6.5.2 Psychologische Stimuli
    • 6.6 Merkmale von VBZ
    • 6.7 Die therapeutische Nutzung von VBZ
  • 7. ENTHEOGENE IN DER WESTLICHEN PSYCHOTHERAPIE
    • 7.1 Wirkungen der Entheogene auf das Gehirn
      • 7.1.1 LSD-ähnliche Substanzen und das serotonerge System
      • 7.1.2 Wirkung LSD-ähnlicher psychoaktiver Substanzen auf der Macroebene
    • 7.2 Psycholytische Therapie nach H. Leuner
      • 7.2.1 Psychische Effekte bewußtseinsverändernder Substanzen im Licht des psycholytischen Paradigmas
      • 7.2.2 Ablauf der psycholytischen Therapie
      • 7.2.3 Indikation, Kontraindikation und Nebenwirkungen
    • 7.3 Die Psychedelische Therapie nach S. Grof
      • 7.3.1 Psychische Effekte bewußtseinsverändernder Substanzen im Licht des psychedelischen Paradigmas
      • 7.3.2 Ablauf der psychedelischen Therapie
      • 7.3.3 Indikation und Kontraindikation
      • 7.3.4 Eine erweiterte Kartographie der menschlichen Psyche nach S. Grof
  • ERHEBUNGSTEIL
  • 8 GRUNDLEGENDE INFORMATION ZU TAKIWAS
  • 9 UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND UND -METHODIK
    • 9.1 Beschreibung der verwendeten Methodik
    • 9.2 Konzeptualisierung der Interviews
    • 9.3 Hintergrundinformation zu den interviewten Therapeuten und Patienten
  • 10 SAKRALE HEILPFLANZEN IM AMAZONISCHEN SCHAMANISMUS
    • 10.1 Die Initiation in den Umgang mit sakralen Heilpflanzen
      • 10.1.1 Die Dieta
      • 10.1.2 Pflanzen als Lehrer
  • 11 RITUELLER AYAHUASCA-GEBRAUCH IN AMAZONIEN
    • 11.1 Zubereitung
    • 11.2 Pharmakologie
    • 11.3 Formen des rituellen Gebrauches
    • 11.4 Therapeutische Werkzeuge der Ayahuasca-Zeremonien
    • 11.5 Einfluß von Dosierung, Set und Setting
    • 11.6 Charakteristika der Ayahuasca-Erfahrungen
      • 11.6.1 Physiologische Effekte
      • 11.6.2 Wirkungen auf das Bewußtsein
      • 11.6.3 Die Ayahuasca-Erfahrungen im Licht einer kognitiv-psychologischen Studie
    • 11.7 Biomedizinische Qualitäten, Toxizität und Suchtpotential
  • 12 DAS THERAPIEKONZEPT TAKIWASIS
    • 12.1 Sucht als fehlgeleitete Selbstinitiation
      • 12.1.1 Das der Arbeit in Takiwasi zugrundeliegende Suchtverständnis
      • 12.1.2 Parallelen zu Modellen der jungianischen Psychologie
    • 12.2 Beschreibung der Therapie
      • 12.2.1 Behandlungsprinzipien
      • 12.2.2 Behandlungsphasen
      • 12.2.3 Dietas, Traumarbeit und Ayahuasca-Zeremonien
  • 13 STATISTISCHE DATEN ZUR THERAPIE IN TAKIWASI
    • 13.1 Das Patientenprofil Takiwasis
    • 13.2 Evaluation der Therapie
  • 14 PATIENTENAUSSAGEN ZUR THERAPIE IN TAKIWASI
    • 14.1 Reflexionen über Sucht, frühere Therapieversuche und die Therapiemotivation
      • 14.1.1 Ursachen ihrer Drogensucht
      • 14.1.2 Vorerfahrungen mit anderen Therapieverfahren
      • 14.1.3 Motivation für die Aufnahme der Therapie
    • 14.2 Erfahrungen mit verschiedenen Aspekten der Therapie in Takiwasi
      • 14.2.1 Purgas
      • 14.2.2 Milieutherapie
      • 14.2.3 Traumarbeit
      • 14.2.4 Dieta
    • 14.3 Wahrnehmung zentraler Elemente des Ayahuasca-Rituals
      • 14.3.1 Die Bedeutung des Rituals
      • 14.3.2 Bedeutung des Leiters der Zeremonie
      • 14.3.3 Die Rolle der Ikaros
    • 14.4 Erlebnisse während der Ayahuasca-Zeremonien
      • 14.4.1 Erfahrungsmodalitäten
      • 14.4.2 Einfluß der Körperhaltung auf die Visionen
      • 14.4.3 Erfahrung verschiedener Emotionen
      • 14.4.4 Symbole, Tiere und Bilder der „Ayahuasca-Welt“
      • 14.4.5 Erfahrungen mit dem Übergeben
      • 14.4.6 Heilung körperlicher Beschwerden
      • 14.4.7 Auseinandersetzung mit sich selbst
      • 14.4.8 Auseinandersetzung mit der Droge
      • 14.4.9 Auseinandersetzung mit freundschaftlichen und familiären Beziehungen
      • 14.4.10 Spirituelle Erlebnisse
      • 14.4.11 Eingebungen und Einsichten
      • 14.4.12 Todeserlebnisse
      • 14.4.13 Kontinuität der Erfahrungen
    • 14.5 Reflexion der Patienten über die Integration der Ayahuasca-Erfahrungen
    • 14.6 Auswirkungen der Ayahuasca-Erfahrungen
    • 14.7 Beurteilung der Therapie in Takiwasi allgemein
  • 15 DISKUSSION UND AUSBLICK
  • 16 ANLAGEN
  • 17 LITERATURVERZEICHNIS

Extrakt


Über lange Zeit hinweg wurde das Wissen indigener Völker von der westlichen Kultur abgewertet, zerstört und in den Hinter- oder Untergrund gedrängt - zunächst im Rahmen der Kolonisation und der Inquisition und später durch die Wissenschaft. Zunehmend macht sich in der westlichen Kultur jedoch ein Wandel des Weltbildes bemerkbar. Das newtoncartesianische- Paradigma ist durch neuere Entwicklungen in den Wissenschaften, welche „die Notwendigkeit [implizieren,] die Welt als unteilbares Ganzes zu sehen, in der alle Teile des Universums, einschließlich des Beobachters und seiner Instrumente zu einer Gesamtheit, einem einzigen Leib verschmelzen“, ins Wanken geraten (Bohm, 1980, zit. nach Walsh, 1990). Viele der neuen wissenschaftlichen Entwicklungen zeigen interessante Parallelen zu uralten Weisheiten verschiedener Kulturen. Im Lichte eines zunehmend heranreifenden globalen Bewußtseins erscheinen die Theorien der westlichen Wissenschaft nicht mehr als absolut, sondern entpuppen sich als Produkte ihrer geschichtlichen Entstehungsbedingungen und als Ausdruck damit verbundener Weltbilder und kultureller Symbolsysteme. Vor dem Hintergrund der ökologischen und sozialen Krise wird immer häufiger die Notwendigkeit betont, die Werte und die Geisteshaltung der westlichen Industriekultur aus kulturvergleichender Perspektive kritisch zu überdenken, um so den Grenzen des konventionellen Paradigmas begegnen zu können. In diesem Zusammenhang wird auch der Wert des Wissensschatzes indigener Völker über die Natur, über den Menschen und über ein ausgewogenes Verhältnis zwischen beiden wieder gewürdigt